Presse

Die tragische Nacht in Orlando ist weltweit in den Medien und wird als islamistischer Terrorakt angesehen. Auf der einen Seite gibt es jene, die nach härteren Waffengesetzen rufen und auf der anderen gibt es die „Trumps“. Also jene, die sich selbst auf die Schulter klopfen, weil sie glauben intelligent vorausgesehen zu haben, dass nicht nur der islamistische Terror sondern der Islam im gesamten Schuld an allem Bösen ist. Der Massenmord wird von beiden Parteien instrumentalisiert und einmal mehr wird der Wahlkampf auf dem Rücken der LGBT-Community ausgeführt werden. Die USA spaltet sich immer mehr.

Dabei dürfen wir nicht vergessen, der Schütze war Amerikaner und es gibt genug Menschen verschiedenster Hintergründe, die ihm zu seiner Tat gratulieren. Zum Beispiel einige Christen oder Angehörige anderer Glaubensrichtungen, welche Gottes Werk mit dieser Tat vollbracht sehen. In ihren Augen hat ein homosexueller Mensch kein Recht auf Leben.

Sie haben alle etwas gemeinsam, nämlich ihre homophobe Einstellung. Diese Homophobie stammt von kleinen Samen, die in unserer heutigen Welt immer wieder in unsere Köpfe gepflanzt werden. Es beginnt, wenn auf dem Schulhof das Wort „schwul“ als Schimpfwort gebraucht wird. Es geht weiter mit den Aussagen von Staatsoberhäuptern, welche schwule Männer mit Pädophilen gleichsetzen oder Präsidentschaftskandidaten, welche transidente Personen als öffentliche Gefahr darstellen. Traurigerweise endet es in den schlimmsten Fällen mit Mord. So wie die Menschen im Club „Pulse“ werden viele transidente und schwul/lesbische Menschen aufgrund ihrer Identität grausam ermordet. In den USA im speziellen nahmen die Morde an transidenten Menschen in den letzten zwei Jahren enorm zu. Dabei werden schwarze Trans-Frauen ganz besonders häufig zu Opfern.

Homo- und Transphobie geht einher mit Sexismus und Rassismus und die mehrfach diskriminierten Menschen trifft es am härtesten.

In den Statements von heute macht es dann auch wütend zu sehen, wie manch einer vermeintlich zum Schutz von LGBT-Menschen gegen Muslime hetzt, vor kurzem aber noch gegen transidente Menschen in öffentlichen Toiletten wetterte. Dieselbe Struktur war bei den Reaktionen von rechts gesinnten Menschen auf die Kölner Silvesternacht zu erkennen. Plötzlich tarnten sich rechte Gruppierungen hinter feministischer Motivation. Es ist nicht immer einfach, die richtigen politischen Antworten zu finden.

Eines ist aber für uns völlig klar. Homophobie gilt es zu bekämpfen und im Keim zu ersticken.

Der Amoklauf ist eine Erinnerung für die weltweite LGBTQ-Community und ihre Allies*, dass der Kampf auch in Amerika mit der Einführung der Ehe für alle noch nicht zu Ende ist. Noch immer ist Homo- und Transphobie ausgeprägt und die Missstände vor allem für transidente Menschen unerträglich.

Es ist eine kontinuierliche Arbeit. Auch wir hier in Liechtenstein werden weiter kämpfen und zählen auf unsere zahlreichen Verbündeten.

*Allies sind heterosexuelle Menschen welche sich für die Rechte der LGBT-Menschen einsetzen.

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